Winter

Der Winter,
Der alte Haudegen
Mit seinen Kahlschlägen.

Das dunkle Geäst der Bäume,
So Filigran.
So kahl, aber wunderschön.
Wie eine Art von Jugendstil.

Mich fröstelt’s.

Ich seh die Dinge, die der Sommer verbirgt.
Den Kirchturm. Den Sportplatz.
Die Statue von der lesenden Frau.

Durchblicke, Weitblicke, Tiefblicke.
In die Seelen, meine Seele.

Auf dunklen Pfaden die Wahrheit finden.
Sehen, was dahinter steckt.
Die Wahrheit erkennen, wenn es sie gibt.
Vielleicht nicht nur eine?

Die Moose leuchten.
Überziehen das Dunkel mit leuchtendem Grün.
Ewigem Grün.
So ewig
Wie die Hoffnung auf den Frühling.

Im Moment trösten mich
Ein flatternder Distelfink,
Das Klopfen des Spechts am Mittag.
Das Schreien des Uhus in der Nacht.

Der Winter, der alte Haudegen.
Im trauernden Grau
Und mit dem sterbensschönen Blau.

Er lässt mich frösteln.